Die deutsche Migrationskrise – jetzt auch Thema in der Musik

Es ist kaum zu bestreiten, bzw. möglich, sich davor zu verschließen, dass Europa, insbesondere Deutschland, derzeit eine Migrationskrise durchlebt. Das wird immer offensichtlicher, auch international. Seit geraumer Zeit dominieren Themen rund um Flüchtlinge und den damit verbundenen, politischen Rechtsdruck alle deutschen Medien. Immer neue Meldungen über Menschen, die aus dem Nahen Osten und Nordafrika Richting Europa ziehen findet man in der Presse und allen Talk-Shows. All das ging natürlich auch nicht an der deutschen Musik vorbei und Integration von Menschen mit Migrationshintergrund, andere Ethnien, Kulturen und Religionen werden immer mehr Bestandteil der Unterhaltungsmusik.

Ob es sich um aktuelle Schlager in den Hitparaden, oder andere Top 10 Charts aus Indierock, Rap, Punk oder R&B handelt, Themen wie Diskriminierung, Rassismus oder soziale Abgrenzung spielen in der Musik eine immer wichtigere Rolle. Das Thema Flüchtlingskrise ist sozusagen in der deutschen Unterhaltungsmusik angekommen, vornehmlich in den Bereichen Rap, R&B und Rock, allerdings nur tendenziell. Ebenfalls ist zu bemerken, dass die dazugehörigen Video-Clips neuerdings einen größeren Anteil von Multi-Kulti-Ambiente darstellen, als noch vor 2 oder 3 Jahren. Die deutschen Musiker sind sich der Brisanz des Themas offenbar ganauso bewusst, wie Politiker und Gesellschaft.

Weniger angenehm fällt auf, dass dabei auch ein gewisser, polarisierender Populismus zu spüren ist, der in die Musik getragen wird, allerdings mehr gegen die Politik, als gegen die Flüchtlinge. Musik ist gewiss eine Kunstform, seine sozialen und politischen Sorgen zu publizieren, sollte aber nicht als Sprachrohr dienen, radikale oder extremistische Position zu fördern – völlig egal, in welche Richtung.

Grundsätzlich ist es jedoch als sehr positiv zu bewerten, dass sich gerade junge Musiker in ihren Liedertexten kritisch mit diesem Thema auseinanderstzen. Das trägt es auf der einen Seite in die Diskussion anderer junger Menschen, auf der anderen Seite sorgt es dafür, den politischen Diskurs weiter lebendig zu halten. Unterhaltungsmusik ist üblicherweise das, was Menschen den ganzen Tag unterschwellig konsumieren. Irgendwas davon bleibt also immer irgendwo im Gedächtnis hängen und regt alle Beteiligten zum Mit-, bzw. Nachdenken an.

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